Schwindel tritt bei einer Krankheit meist ohne einen äußeren Reizzustand auf. Nach der Art des Schwindels kann man bei allen Erscheinungen der zugrundeliegenden Krankheiten eine grobe Unterteilung vornehmen:
Der horizontale Drehschwindel ruft ein Gefühl wie in einem Karussell hervor, als hätte man einen Drehwurm. Die Richtung kann bei dieser Art angegeben werden. Menschen mit vertikalem Drehschwindel haben somit das Gefühl in einem Lift zu sitzen der nach oben fährt oder dauernd ins Bodenlose fällt.
Der Drehschwindel tritt immer attackenweise für Sekunden bis Stunden, selten sogar tagelang auf. Einen echten Dauerdrehschwindel gibt es nur in wenigen Ausnahmefällen. Die Ursache hierfür könnte dann eher eine Läsion der Gleichgewichtsnervenkerne im Hirnstamm, dem hinteren unteren Anteil des Gehirns sein. Die Abklärung und Behandlung des Drehschwindels ist Aufgabe des Hals-Nasen-Ohrenarztes oder des Neurologen. Oft kommt es vor, dass sich an die Drehschwindelattacke eine länger andauernde andere Schwindelart anschließt. Die Unterscheidung der Schwindel in ihre Arten ist für die Behandlung sehr wichtig.
Durch eine bestimmte Änderung der Kopflage (Lagerungsschwindel) oder das Einnehmen einer Kopflage (Lageschwindel) kann der Drehschwindel häufig ausgelöst oder verstärkt werden.
Diese Art von Schwindel lässt sich am besten definieren und beschreiben. Kommt von einer Störung einer der beiden Gleichgewichtsorgane meist gleichzeitig mit einer Hörstörung. Denn Hör- und Gleichgewichtsorgane liegen eng beieinander und sind sogar durch einen dünnen Kanal miteinander verbunden. Eine Alternative wäre die Schädigung des Gleichgewichtsnerven. Dieser transportiert die Informationen vom Gleichgewichtsorgan ins Gehirn.
Durch chronische Verspannungen und Fehlhaltungen im oberen Halswirbelsäulenbereich wird diese kurze, höchstens Sekunden anhaltende Schwindelattacke ausgelöst.
Der Schwankschwindel wird von Betroffenen mit einem Betrunkenheitszustand verglichen. Neben einer Überdosierung Alkohols, kommt er bei anderen Schädigungen im Bereich des Hirnstammes, aber oft auch unspezifische durch andere verschiedenste Ursachen vor. Anders als der Drehschwindel ist er wenig klar definiert. Er geht einher mit sichtbaren oder auch nicht sichtbaren Gleichgewichtsstörungen. Regulär wird der Schwankschwindel von Neurologen weiter untersucht.
Eine Ohnmacht, die aufgrund einer Fehlregulation des Blutkreislaufes vorkommt, wird angekündigt durch aufsteigendes Unwohlsein und Schwarzwerden vor den Augen. Bei der Ohnmacht muss es nicht zum Hinfallen kommen. Eine solche Kreislauffehlregulation kann harmlos auftreten wenn man z.B. morgens zu schnell aus dem Bett aufsteht oder sogar wenn man eine freudige oder schlechte Nachricht erhält. Jedoch kann auch eine ernsthafte Herz- Kreislauferkrankung der Grund dafür sein. Eine internistische Abklärung ist hier erforderlich.
Schwindelformen, die sich nicht gut beschreiben oder einordnen lassen fallen darunter. Da man in der medizinischen Abklärung meist nichts findet, bereiten sie häufig Probleme. Dies verursacht eine zusätzliche Verunsicherung, die den Schwindel verstärken kann, da man sich auf eine Odyssee von Arzt zu Arzt begibt.
Mit folgenden Erscheinungen geht Schwindel einher:
Zwei Formen des unspezifischen Schwindels wollen wir hier erklären:
Wie weiter oben aus dem Text hervor geht, dass die Dissonanzen der verschiedenen Sinne für das Gleichgewicht erst dann als Schwindel zur Wahrnehmung gelangen, wenn diese ein gewisses Maß überschreiten. Wenn man schwierige Situationen gewöhnt ist kann diese Schwelle sehr hoch liegen.
Bei manchen Menschen und zu manchen Zeiten des Lebens kann die Schwelle jedoch sehr niedrig liegen. Dann tritt jede kleinste Dissonanz ins Bewusstsein. Die einfachsten Situationen wie das Hinlegen oder Gehen können schon ein Schwindelgefühl auslösen. Die Schwelle wird zusätzlich weiter gesenkt, indem man die Aufmerksamkeit zunehmend darauf lenkt die feinsten Dissonanzen wahrzunehmen. Dies kann bis zu einer Situation führen, in der es nicht mehr möglich ist Bedrohungen von harmlosen Situationen zu unterscheiden und so wird Schwindel schon in gewöhnlichsten Alltagsmomenten ausgelöst. Quasi sind Alarm und Fehlalarm nicht mehr zu unterscheiden.
Eine solche gestörte Körperwahrnehmung führt zu ständigen Stresszuständen und es folgen Erkrankungen wie Schlafstörungen, hoher Blutdruck und allgemeiner Leistungsabfall.
Der Schlüssel zum Verständnis einer solchen Entwicklung liegt in der Regel bei der Lebensgeschichte des Betroffenen.
Durch den Insuffizienzschwindel zeigt uns der Körper an, dass wir mit einer gewissen Situation überlastet sind. Dazu kommen meist Konzentrations- Merkfähigkeits-Störungen.
Das liegt daran, dass wir uns mit der uns gestellten Aufgabe übernommen haben oder dass aufgrund des Alters oder einer neurologischen Krankheit unsere geistigen Kräfte schwinden.
Der Schwindel ist hier also nicht das Ergebnis einer körperlichen Dissonanz, sondern einer Störung des seelischen Gleichgewichts.