Um erstmal verstehen zu können was Schwindel ist, muss man wissen wo und wie er im Körper entsteht...
Dafür muss man erstmal verstehen welche drei Sinne der Körper braucht um das Gleichgewicht zu halten, denn darauf hat das Schwindelgefühl einen enormen Einfluss. Über die Lage unseres Körpers im Raum und seine Bewegungen wissen wir im Normalfall jederzeit bescheid. Unsere Nerven leiten dazu ständig Informationen von unseren Sinnesorganen zum Gehirn. Drei Sinne benötigen wir um Meldung über Gleichgewicht und Lage im Raum zu erhalten:
1. Das Gleichgewichtsorgan neben dem Innenohr
Welches sich in zwei Funktionseinheiten unterteilt:
2. Das Auge
Alle Menschen gehen im Dunkeln unsicherer als im Hellen. Machen wir im Stehen die Augen zu so
schwanken wir stärker. Heftet unser Blick jedoch an einem nahen Gegenstand, stehen wir ruhig.
Das Sehen ist also ein wichtiger Stabilisator. Außerdem können wir uns besser auf neue Situationen
einstellen, da wir z.B. vorhersehen wenn eine Kurve kommt.
3. Die Körperwahrnehmung
Auch bei geschlossenen Augen wissen wir im Normalfall, wo sich unsere Hand befindet oder wie stark
unsere Knie gebeugt sind. Dies ermöglichen uns die Gelenkstellungs-Messaufnehmer überall in unserem Körper. Der Fachausdruck für die Körpereigenwahrnehmung ist "Propriozeption". Im oberen Halsbereich,
am Übergang zwischen Kopf und dem restlichen Körper, ist sie besonders wichtig. Das Gehirn bekommt durch Gleichgewichtsorgan und Augen, über die Stellung und Bewegung des Kopfes relativ viel Information.
Jedoch ist der Rest des Körpers über den Hals sehr beweglich mit dem Kopf verbunden. Es sind also viel
Information über die Biegung der Halswirbelsäule nötig um zu wissen, wo sich der Körper darunter befindet.
Die Druck- und Oberflächenrezeptoren in unseren Füßen oder auf anderen Körperteilen geben beim Stehen
und Gehen, Sitzen oder Liegen zusätzliche Informationen.
Der Große Comparator
Alle Informationen laufen im Gehirn zusammen und werden dort verglichen. Dies geschieht in zweierlei Hinsicht:
Falls nun bei einem dieser Vergleiche Unstimmigkeiten auftreten und diese einen gewissen Schwellenwert überschreiten, so wird das Alarmsignal "Schwindel" ausgelöst. Es ist also wie Schmerz zunächst eine
wichtige Warn- und Schutzfunktion.
Von Mensch zu Mensch ist die Schwelle, ab der Wahrnehmungsunstimmigkeiten Schwindel auslöst, verschieden. Bei jedem Einzelnen kann sich die Empfindlichkeit jedoch verändern. Wiederholt sich eine
schwindelerregende Situation häufiger, so gewöhnt man sich daran und es wird von Mal zu Mal weniger
Schwindel ausgelöst ("Habituation"). Die Empfindlichkeit kann allerdings bei Angst immer mehr zunehmen.
Die kleinste Unstimmigkeit kann dabei schon Schwindel auslösen.